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Tanz-Gedichte

"Tanzgedichte - Eine bewegte Lesung"
war und hieß der Abend , an dem Tänzer, Poet und Pantomime Rolf Gildenast als Dichter auftrat.

Er hat sechs Gedichtzyklen geschrieben, die mit dem Tanz verbunden sind. Er betritt die Bühne unter lautem Trommelwirbel, erfasst einen dort liegenden Ast und fängt an, im rituellen Tanz des Jägers sich zu drehen und zu schütteln. Herrlich, wird jetzt die Geschichte des Tanzes nach seinen Epochen aufgezeigt?

Aber es ist nur die bemerkenswerte Einleitung zur Vorstellung des ersten Gedichtbandes. Wenn er die Geschichte erzählt von dem Indianer, der sich in einen Lachs verwandelt, um mit den Fischen zu wandern, wird der Zuschauer geradezu mitgerissen. Vielleicht war dies die Initialzündung für die eigene Lebensgeschichte, an Hand derer er auch eine kurzgefasste Geschichte des Balletts gibt. Anderthalb Stunden erzählt und tanzt Rolf Gildenast unaufhörlich vor den im gemütlichen Halbkreis sitzenden Zuschauern in der Halle der Ballettschule Muchka. Immer wieder liest er Gedichte vor oder übersetzt den Text plötzlich in den Rapp-Rhythmus, singt im Rezitativ oder in indianischer Manier.

Jedes Gedicht brachte ihn auf irgend welche Erinnerungen und Assoziationen. Dabei zeigte er, wie das Ballett entstanden ist und wie es sich entwickelt hat, was Pirouette und Pas-de-deux bedeuten. Man erfuhr, wie Gildenast beim Vortanzen bei Maurice Bejart in Belgien durchgefallen ist und wie er den dauernden Schmerz im Rücken schließlich abgeschüttelt hat. Manchmal schien der Faden der Erzählung verloren zu gehen in seiner Begeisterung, und immer wieder holte er einen Gedichtband, las daraus vor und fuhr mit seinen Schilderungen fort.

Man muss den Mut bewundern, mit dem er sich für dieses Spektakel aus dem eigenen Leben entschieden hat. Die Lyrikbücher des Autors bewahren die Sensibilität und menschliche Wärme einer tiefbewegten Persönlichkeit und stellen das Leben in seinen vielen Facetten, seinen Höhen und Tiefen vor. Ihrem Charme konnte sich niemand entziehen.
(Tatjana Ratobylskaja, Neuß-Grevenbroicher Zeitung vom 20.1.2003)
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